Interview mit Alex Wright

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new Kannst du bitte die Geschichte der Liga zusammenfassen? Ungefähr ein Jahr nach der Eröffnung meiner Wrestlingschule "The Wright Stuff" im Jahr 2007 habe ich New Sports Entertainment gegründet. 2009 wurde der erste Probe-Event abgehalten, das war NEW "Hoch Explosiv" im Markgrafensaal in Schwabach, den wir mit um die 500 Zuschauer gleich ausverkaufen konnten. Bei dem Event waren auch einige Schüler meiner Wrestling-Schule dabei, die damit den Schritt ins Profilager gemacht haben. 2010 ist Christian Flammersberger, großer Unterstützer der NEW ein Teil des NEW Offices geworden. Ende 2011 sind wir von den normalen Sporthallen, in denen ich bisher das Training abgehalten habe, umgezogen in den N.E.W. HotSpot – Deutschlands einzige individuell ausgestattete Wrestling-Halle. Im November wurde dort das erste Training abgehalten, und im Dezember fand zum ersten Mal ein NEW-Event dort statt. Seitdem hat sich das Team um die NEW immer weiter vergrößert, es sind sehr viele wichtige Personen für alle Bereiche in der NEW dazu gekommen, wie. z.B. Benjamin Jung, der ein wichtiger Teil des NEW-Office wurde und die NEW in den letzten Jahren maßgeblich mit beeinflusst hat. Die NEW hat ein super Team, das macht die NEW erfolgreich und somit freuen wir uns, jeden Monat veranstalten zu können. Wie kamst du überhaupt auf die Idee, oder was war deine Motivation, hier eine Wrestling-Liga zu gründen? Mein erster großer Traum war, selbst Pro-Wrestler zu werden und in die Fußstapfen meines Vaters zu treten. Ich liebe diesen wunderschönen Sport, und ich wollte, dass er auch Deutschland erhalten bleibt und die Zukunft gesichert ist. Als ich meine langjährige internationale Karriere erst mal auf Eis gelegt hatte und aus den USA nach Deutschland zurückgekehrt war, dachte ich mir: Dann verwirkliche ich jetzt meinen zweiten großen Traum und mache eine Wrestling-Schule „The Wright Stuff“ – Pro Wrestling School auf. Mir war schon bewusst, dass das vermutlich nicht einfach wird und dass vielleicht nicht genug Interesse daran besteht. Aber ich wurde dann vom Gegenteil überrascht, und meine Schule hat stetig mehr Schüler, seit einigen Jahren aus ganz Europa. Ich habe mir dann überlegt, was man noch für die jungen Talente machen könnte, und da gibt es natürlich nichts Besseres, als ihnen die Möglichkeit zu bieten, in einer Liga aufzutreten. Ich wäre ja blöd, wenn ich Leute trainiere, unter denen super Talente sind, und diese nicht weiter fördere. Nachdem ich gesehen habe, dass ein solches Interesse an der Schule und eben auch an einer Liga besteht, die den Sport an sich und sowohl die jungen wie auch die etablierten Wrestler fördert, habe ich New European Championship Wrestling (NEW) gegründet. Der Grund, warum ich den N.E.W. HotSpot gerade bei Erlangen aufgemacht habe, ist einfach der, dass ich nirgendwo anders eine passende Halle gefunden habe. Diese lange Pause zwischen 2009 bis Ende 2011 war nie so beabsichtigt. Es war einfach keine Halle dafür geeignet, das NEW-Konzept so umzusetzen, wie wir es heute haben – mit entsprechenden Trainingsmöglichkeiten und regelmäßigen Shows. Zudem hat der Gewerbepark Heßdorf eine gute Verkehrsanbindung und direkt daneben ein Hotel. Worauf können sich die Leute, die bisher noch auf keinem Event der NEW waren, freuen? Wie würdest du ihnen die Liga schmackhaft machen? Als Allererstes würde ich natürlich sagen, dass die NEW etwas ganz Einzigartiges und Besonderes ist, die NEW geht immer ihre eigenen Wege. Das NEW-Team und die Wrestler geben 100%. Es herrscht eine einzigartige Atmosphäre, weil man das Wrestling wirklich hautnah erleben kann. Die Stimmung ist einfach großartig. Neben nationalen und internationalen Wrestling-Stars treten bei den NEW-Veranstaltungen auch Newcomer an. Wir haben auch schon vielen unbekannten Wrestlern eine Chance gegeben und sie zu Stars aufgebaut. Zudem hat die NEW natürlich auch ein festes Roster an Wrestlern, die Verträge mit der NEW haben. Jede unserer monatlichen Shows hat einen Wiedererkennungswert – ob das nun Extreme ist, Hochexplosiv, Deadline, Only The Strongest, Internet Wars... Wir lassen uns immer was einfallen. Jeder Fan, der schon mal bei uns war, weiß, wovon ich rede. Wir haben auch schon einige Matches neu erfunden, wie zum Beispiel das Gratification Tag Team Match, das TLK-Match, Deadline-Matches, das Escape to Destiny Ladder-Match... Wir haben ein super Team und super Wrestler, die mittlerweile auch international unterwegs sind, einige hatten sogar bereits ein WWE-Tryout. Die NEW hat die besten und loyalsten Fans, die man sich vorstellen kann – das, kombiniert mit dem HotSpot, ergibt eine wirklich einzigartige Atmosphäre. Du hast gerade selbst die Try-outs bei der WWE erwähnt, bei denen sich schon einige von dir trainierte Wrestler präsentieren durften. Du bist der bisher einzige deutsche Wrestler, der eine richtig erfolgreiche, internationale Karriere hingelegt hat. Wie realistisch ist es, dass einer deiner Schüler eine ähnliche Laufbahn schafft? Ich halte das für sehr realistisch. Ich habe es ja schließlich auch geschafft. Man muss nur motiviert und diszipliniert sein, konsequent an seinem Traum arbeiten und bereit sein, Opfer zu bringen. Ich habe viele Schüler in meiner Schule, die genau so ticken und es durchaus schaffen können, sich international zu etablieren. Aber es hängt natürlich immer von einem selbst ab, ob man am Ball bleibt – Durchhaltevermögen ist dabei sehr wichtig. Welche Eigenschaften – außer natürlich der körperlichen Fitness – braucht es deiner Erfahrung nach für einen wirklich guten Wrestler? Natürlich muss der sportliche Aspekt richtig ausgearbeitet werden, was bedeutet, dass man täglich mehrere Stunden trainiert. Wrestler zu sein, ist ein Lifestyle. Man muss Hochleistung bringen können, wenn man im Ring steht, um sich und auch die Gegner zu schützen, indem man eben keine unsauberen Moves und Aktionen macht. Die Kondition muss passen, denn wenn die Kondition weg ist, dann lässt auch die Konzentration nach. Zudem muss man ein Multitalent sein, auch der Entertainment-Faktor muss stimmen, wobei das Charisma das Wichtigste für einen Wrestler ist. Man muss konsequent an sich arbeiten, sich verbessern, diszipliniert sein, auf die Ernährung achten... Die Karriere hängt bei einem Wrestler sehr viel von der eigenen Einstellung ab. Bei wie vielen deiner Schüler hast du ein wirklich gutes Gefühl, dass aus ihnen ein richtiger Wrestler werden könnte? Es sind ja schon sehr viele Schüler von mir Wrestler geworden. Bei den momentanen Schülern sind auch etliche wirkliche Talente dabei – wobei es da natürlich wieder davon abhängt, wie sie durchhalten. Wenn sie so weitermachen wie jetzt, dann steht ihnen die Welt offen. Viele Fans werden sicher darauf hoffen und sich fragen, ob du selbst auch nochmal in den Ring steigen wirst. Kannst du dir das vorstellen? Natürlich kann ich mir das vorstellen. Ich liebe den Sport, Wrestling fließt in meinem Blut. Ich stamme ja aus einer der wenigen europäischen Wrestling-Familien, mein Vater hat das international 26 Jahre lang sehr erfolgreich gemacht, mein Onkel hat es jahrelang international erfolgreich gemacht. Ich bin damit aufgewachsen, und es gibt für mich nichts Besseres. Wenn ich die Zeit hätte, mich gut und genau genug vorzubereiten, um wieder aktiv teilzunehmen, würde ich sicher meinen Status auf „aktiv“ setzen. Nachdem ich aber Geschäftsführer der NEW bin und zudem Inhaber der Wrestling-Schule „The Wright Stuff“ sowie der Head Trainer, mangelt es mir einfach an Zeit, mich sportlich so auf Vordermann zu bringen, dass ich aktiv teilnehmen kann. Was wünschst du dir für die Zukunft der NEW? Ich wünsche mir für die Zukunft der NEW, dass all die netten und super motivierten Leute, die ich über die Jahre kennen gelernt habe und die an das Projekt glauben, der NEW erhalten bleiben, und noch weitere hinzustoßen. Egal, ob das jetzt „off oder on air“ ist, also das NEW-Team oder die Wrestler. Ich hoffe, dass sich die NEW auch weiter so gut entwickelt, vor allem mit dem neu abgeschlossenen, internationalen TV-Vertrag. (Interview: Diana Glöckner)